Nicht nur unter fast allen Studenten wird das Kürzel "BAföG" sehr geläufig sein. Da denkt man an Formulare, Nachweise, Kopien, Bescheide und - vorallem an Geld. Warum eigentlich? Das Kürzel bedeutet ja nichts weiter als "Bundesausbildungsförderungsgesetz". Da erscheint die Aussage "Ich bekomme BAföG" doch recht komisch. Wie kommt man denn dazu, ein Gesetz zu bekommen, zumal ein Bundesgesetz? Natürlich bedeutet die Aussage nichts anderes als "Ich erhalte Leistungen nach dem BAföG", aber wie letztlich bei "Hartz IV" hat sich für die Vereinfachung im Sprachgebrauch die Passage "Leistungen nach" herausgekürzt.

Wie man beim ausgesprochenen Namen des Gesetzes schon vermuten kann, beschränkt sich die Bewilligung von Leistungen durchaus nicht nur auf den studentischen Bereich der Universitäten. Die meisten Menschen bringen die Begrifflichkeit sicher deshalb hauptsächlich mit der Finanzierung eines Studiums in Verbindung, weil der Hauptanteil der bewilligten Leistungen nach diesem Gesetz sicher auch dafür verwendet wird. Darüber hinaus ist aber nahezu jede Art von Ausbildung in irgend einer Form förderfähig. Das wissen viele junge Auszubildende zum Teil gar nicht. Gerade bei Jugendlichen aus sozial schwächeren Umfeldern kann hier eine gezielte finanzielle Förderung den Erfolg einer Ausbildung maßgeblich beeinflussen.

Das BAföG wird wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung resorttechnisch betreut. War es früher noch schwierig, verlässliche Informationen über eine Förderung zu bekommen, ohne den Gesetzestext zu lesen und zu verstehen, ist es heute durch das Medium Internet doch sehr viel einfacher, sich schon mit den Möglichkeiten der Ausbildungsförderung einfach und verständlich vertraut zu machen. Das Ministerium selbst stellt mittlerweile ein sehr übersichtliches und umfassendes Portal zur Verfügung. Eine kurze Einführung, viele Förderbeispiele, Hilfen bei der Antragstellung, viele relevante Gesetzestexte und Infobroschüren (zum großen Teil als pdf-downlaod), Merkblätter und viele interessante Verlinkungen zu Themen wie dem Bildungskredit oder der Begabtenförderung per Stipendium runden dieses gute Informationsportal ab.

Auch wenn man als Schüler noch stolz seinen McNeill Schulranzen in die Schule schleppt, kann es nicht schaden, sich bereits über eine spätere Ausbildungsförderung zu informieren. Den meisten künftigen Auszubildenden und auch Studenten ist mitunter nicht wirklich bewusst, dass Leistungen nach BAföG grundsätzlich als Kredit bzw. Darlehen anzusehen sind. In welchem Maß und unter welchen Voraussetzungen die Rückzahlung vom Leistungsnehmer zu erfolgen hat, richtet sich nach zum Teil sehr komplexen Anforderungen und Bedingungen auf dem weiteren Bildungs- bzw. Berufsweg des jeweiligen Leistungsempfängers. Die meisten Schülerförderungen zum Beispiel sind nicht rückerstattungspflichtig. Viele studentische Förderungen beinhalten eine gezielte Leistungsbelohnung, wenn durch erreichte Qualifikationen Teile des Darlehens erlassen werden. Die Möglichkeiten sind da sehr vielschichtig.

Alle Leistungen nach dem BAföG dienen in erster Linie der Chancengleichheit bei der Ausbildung. Vielen jungen Leuten soll so eine optimale Ausbildung, weitgehend unabhängig von ihrem sozialen Umfeld, nach ihren Befähigungen und Neigungen ermöglicht werden. Um dieses Ziel immer besser erreichen zu können, wird das BAföG ständig verbessert, viele Schnittstellen zu weiterführenden oder anderen Förderprogrammen integriert und die Bereitstellung der Mittel optimiert.